Die Europatastatur
unterstützt im Interesse der Zukunftssicherheit Entwicklungen
in der Rechtschreibung, die heute (noch?) als inoffiziell oder falsch
gelten („postmoderne Rechtschreibung“).
Diskussionsforum
hier.
Das
"ß"
als Großbuchstabe wird heute schon
offiziell in Dokumenten verwendet, in denen Personennamen korrekt
geschrieben werden müssen. Man findet es auch sonst häufig (siehe z.B.: www.signographie.de/cms/signa_9.htm).
Man gibt es auf der Europatastatur
ein: [AltGr] + [Z].
Hinweis: Dies Zeichen ist z.Zt. noch in keiner gängigen Schriftart
enthalten,
da die internationale Normung dieses Zeichens in Unicode erst im April 2008 abgeschlossen wurde.
-
Das „Frage-Ausrufezeichen“
(englisch: interrobang) kann verwendet werden, wenn eine Frage erregt
oder ungläubig gestellt wird. Das Zeichen ist den meisten der
neuen Schriftarten enthalten, die mit Microsoft Office 2007
und Microsoft Vista ausgeliefert werden (Calibri, Consola, Segoe UI
usw.).
Man gibt es auf der Europatastatur
ein: [Sonder] / [i].
Man gibt die kopfstehende spanische Variante (entsprechend
"¿", "¡") auf der Europatastatur
ein: [Sonder] / [Umschalttaste + i] (diese
Variante ist z.Zt. noch in keiner gängigen Schriftart
enthalten,
da die internationale Normung dieses Zeichens in Unicode erst im April 2008 abgeschlossen wurde).
Die
„Technischen
Anführungszeichen“ (gerade
Linien oben, schräg nach innen) sind eine Variante der US-amerikanischen Anführungsstriche “ … ”,
speziell aus der Zeit, als hauptsächlich mit der Schreibmaschine
geschrieben wurde. Man findet sie auch häufig in EDV-Fachliteratur, um
“strings” aus Programmen zu
zitieren; in diesem Zusammenhang kennzeichnen sie, dass eine
Buchstabenfolge an sich
und nicht ihre sprachliche Bedeutung gemeint ist.
Man gibt sie auf der Europatastatur
ein: links [Sonder] / [Umschalttaste + Q], rechts [Sonder] / [q].
Ersatzweise (auch mit der Standardtastatur möglich) beidseitig
das gerade Anführungszeichen ["], oder aber
(unschön): Links `` (doppelten freistehenden Gravis-Akzent)
und rechts ´´ (doppelten freistehenden Akut-Akzent).
Die
„Fuge“
findet man häufig und recht willkürlich
gesetzt (siehe z.B. auf http://www.apostrophen-alarm.de/
in allen Abstufungen von „nicht wirklich falsch“ bis „völlig daneben").
Die Fuge ist nicht mit dem Apostroph zu verwechseln (der für
einen ausgelassenen Buchstaben steht)! Sie ist eher als Sonderform des
Bindestrichs anzusehen.
Man findet Fugen geschrieben als Hochkomma (wie Apostroph) oder als
geraden hochgestellten Auf- oder Abstrich: senkrecht ['],
aufwärtsgeneigt [´] oder abwärtsgeneigt
[`].
Die Anwendung ist
(jenseits der „offiziellen“ alten und neuen deutschen Rechschreibung) zumindest in den drei folgenden Fällen sinnvoll:
- zur Abtrennung eines
Plural-s von Abkürzungen in reiner
Großschreibung: LKW´S,
CD´S
– zumindest diskutabel ist, die Fuge auch allgemein (wie
häufig zu sehen) zur Abtrennung
eines Plural-s von Abkürzungen, Kurz- und Modewörtern
zu
verwenden: LKW´s,
Info´s.
- zur Abtrennung von
Endungen und Nachsilben nach Personennamen: die
Meier´s, das Ohm´sche Gesetz
– in den meisten Fällen erlaubt die reformierte
Rechtschreibung
hier einen Apostroph (obwohl hier keine Auslassung gekennzeichnet
wird).
- zur Abtrennung von
Wortstamm und Endung, wenn:
– der Wortstamm ein Fremdwort in der Original-Aussprache und -Schreibung der
Herkunftssprache ist (letztere jedoch nicht Latein ist),
– die Endung eine deutsche Endung ist, die sich von der
situationsentsprechenden Endung der Herkunftssprache in Aussprache oder Schreibung
unterscheidet,
– und an der Stelle nicht ein Bindestrich oder Apostroph
angebracht ist.
Beispiele: google`n, getune`t. Nicht jedoch vor
englischem Mehrzahl-s, da nicht abweichend von deutscher Endung.
Auch
die reformierte deutsche Rechtschreibung verbietet hier jedes
Zeichen (außer unter bestimmten Voraussetzungen einen
Apostroph bei Eigennamen). Das führt zu ungeregelten
Durchmischungen wie „gegoogelt“ oder
gar
„gegoogled“ (obwohl niemand
„geguuglt“ mit
weichem d spricht), wo
das Sprachgefühl – speziell innerhalb einer
Sprechsilbe – die Trennung zwischen englisch ausgesprochenem
Wortstamm und deutscher Endung will.
Konsequent
ließe sich nach dieser Regel auch schreiben: die orange`e Revolution (um so das im Gegensatz zu „Mein Schal ist orange“ gesprochene Endungs-e auszuschreiben).
Wenn man die Fuge vom
Apostroph unterscheiden möchte, ist die
abwärtsgeneigte Form am besten als eigenes Zeichen zu
erkennen und deshalb zumeist vorzuziehen.
Man gibt die Fuge in dieser Form auf der Europatastatur ein: [Sonder] /
Umschalttaste + [W] (ergibt das englisch “reverse
prime” genannte Zeichen).
Ersatzweise (weniger schön, aber auch mit der Standardtastatur
möglich):
[`] / Leertaste (d.h. als freistehenden Gravis-Akzent).
Wenn man typographische
(kommaförmige und eindeutig gekrümmte) Apostrophe
verwendet,
sieht u.U. die aufwärtsgeneigte Form schöner aus,
speziell
wenn ihre untere Spitze deutlich tiefer liegt als die Oberkante des
kleinen "x" (und die Fuge somit nicht die Tendenz hat, als Akzent
über dem Folgebuchstaben – speziell bei "s"
– zu
erscheinen).
Diese Form der Fuge gibt
man auf der Europatastatur
ein: [Sonder] /
[w] (ergibt das englisch “prime” genannte Zeichen,
d.h.
„Winkelminute“ bzw.
„engl.-Fuß-Zeichen“).
Ersatzweise (weniger schön, aber auch mit der Standardtastatur
möglich):
[´] / Leertaste (d.h. als freistehenden Akut-Akzent)
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